Positionen des Fahrgastbeirates
Eisenbahninfrastruktur in und um Hamburg
Der Schienenpersonennahverkehr im Landkreis Harburg muss zum größten Teil über die Hauptabfuhrstrecken Hamburg - Lüneburg - Hannover und Hamburg - Buchholz - Bremen abgewickelt werden. Die Züge des Nahverkehrs teilen sich auf diesen Korridoren die Gleise mit den Zügen des schnellen Personen- und des stark ansteigenden Güterverkehrs.
Vor allem die wachsende Anzahl von Containerzügen, die die Hinterlandanbindung des Hamburger Hafens sicherstellen, führt zu Engpässen bei der Eisenbahninfrastruktur. Infolge überlasteter Strecken sinkt zwangsläufig die Betriebsstabilität und die Pünktlichkeit der Nahverkehrszüge.
Fehlende Bahnsteiggleise in Hamburg Hbf stellen ein zusätzliches Hindernis für den Personennah- und Fernverkehr dar.
Aus diesen Gründen fordert der Fahrgastbeirat, die Schienenkorridore Hamburg - Hannover und Hamburg - Bremen schnellstmöglich auszubauen und die Kapazitäten des Hamburger Hauptbahnhofs umgehend zu erweitern.

Angebotskonzept für die Strecken Hamburg - Uelzen und Hamburg - Bremen ("Hanse-Netz")
Das sogenannte "Hanse-Netz" umfasst die Regionalverkehrsleistungen auf den Strecken Hamburg - Lüneburg - Uelzen (Kursbuchstrecke 110) und Hamburg - Tostedt - Bremen (Kursbuchstrecke 120). Im SPNV (Schienenpersonennahverkehr) werden die Leistungen auf diesen Strecken ab dem Jahresfahrplan 2011 ausschließlich von der metronom Eisenbahngesellschaft mbH erbracht.
Das Angebotskonzept der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen sieht für die Strecke Hamburg - Bremen zwei Linien vor: Eine schnelle Linie (metronom, ME) hält nur in Hamburg Hbf, Hamburg-Harburg, Buchholz (Nordheide), Tostedt, Rotenburg (Wümme) und Bremen Hbf.
Eine langsamere Linie (metronom regional, MEr) hält auf allen Unterwegsbahnhöfen. Beide Linien sollen täglich - also auch an Sonntagen - jeweils im Stundentakt auf der gesamten Strecke zwischen Hamburg Hbf und Bremen Hbf fahren. Dadurch ergeben sich im Regionalverkehr zwei Fahrmöglichkeiten pro Stunde zwischen Hamburg und Bremen in einem angenäherten Halbstundentakt. Die metronom-Züge werden mit sieben Doppelstockwagen, die langsameren metronom regional-Züge werden mit fünf Wagen aus dem landeseigenen Fahrzeugpool verkehren.
Zur Bewältigung der Fahrgastströme wird das Zugangebot ab Ende 2010 weiter aufgestockt. Montags bis freitags wird es in den Hauptverkehrszeiten zusätzliche Verstärkerzüge geben. Dabei handelt es sich sowohl um MEr-Züge, die auf allen Unterwegsbahnhöfen halten, als auch um schnellere ME-Verstärkerzüge, die nur die aufkommensstärksten Bahnhöfe bedienen. Von diesem Konzept werden besonders Fahrgäste aus Hittfeld, Klecken, Buchholz, Winsen und Lüneburg profitieren. Für Hittfeld und Klecken ergeben sich beispielsweise in den Hauptverkehrszeiten mindestens zwei umsteigefreie Direktverbindungen pro Stunde nach bzw. von Hamburg Hbf.
Der Fahrgastbeirat empfiehlt zur Bewältigung der Kundennachfrage des weiteren eine Durchbindung der Heidebahnzüge über deren bisherigen nördlichen Endpunkt Buchholz hinaus bis Hamburg Hbf. Er rät außerdem, im Sinne einer hohen Fahrplanstabilität auch in den kommenden Jahren angemessene Fahrzeitreserven sowie ausreichende Wendezeiten an den Endbahnhöfen (insbesondere in Bremen Hbf) einzuplanen.
Der Fahrgastbeirat setzt sich für die Schließung von Angebotslücken im Spätverkehr ein und fordert einen systematischen, leicht merkbaren Taktfahrplan unter Berücksichtigung der Anschlüsse zum Regional- und Fernverkehr in Bremen Hbf, Buchholz (Nordheide) und Hamburg-Harburg.
Damit auch Fahrgäste aus Meckelfeld, Maschen, Stelle und Ashausen (Kursbuchstrecke 110) den Hamburger Hauptbahnhof problemlos und ohne Umsteigezwang erreichen können, fordert der Fahrgastbeirat ganztägige Direktverbindungen zwischen diesen Orten und Hamburg Hbf. Die Anzahl der Zugfahrten von diesen Bahnhöfen nach Hamburg muss mindestens erhalten bleiben.
HVV-Tarif
Die letzten Fahrpreiserhöhungen des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) haben die Fahrgäste aus dem Hamburger Umland überproportional belastet. Der Fahrgastbeirat setzt sich für Fahrpreisstabilität sowie Übersichtlichkeit und Einfachheit des Fahrkartensortiments ein. Er fordert, tarifliche Anreize zur Gewinnung neuer Fahrgäste zu schaffen und bestehende Ungerechtigkeiten zu Lasten von Landkreisbewohnern zu beseitigen.